KAPITEL 2: DIE SUCHE

Die nächsten drei Wochen waren seltsam. Es war wie Weihnachten als Kind – dieses Gefühl, auf etwas zu warten, das alles ändern wird.
Ich fing an zu lesen. Viel zu lesen. Hunde mit Kindern. Hundeverhalten. Spanische Rettungshunde. Potenzielle Traumata. Aggressionszeichen. Hundebisse.
Das war keine gute Idee. Je mehr ich las, desto nervöser wurde ich. Das Internet ist eine großartige Quelle für konkrete Informationen und eine schreckliche Quelle für Beruhigung. Jede Website erzählt dir von hundert Dingen, die schiefgehen können. Kaum jemand sagt: »Aber wahrscheinlich wird es gut gehen.«
Meine Frau machte das anders. Sie fokussierte sich auf das, was die Tierschützerin gesagt hatte: »Er ist familienfreundlich. Ich habe das getestet.«
Das war die Information, die zählte. Nicht die Angst, sondern das tatsächliche Wissen von jemandem, die es wusste.
Also kauften wir Dinge. Meine Frau kaufte viel. Ein Hundebett – teuer, weiches Ding. Spielzeug. Näpfe. Eine Hundebox für das Auto. Leinen. Geschirre. Mit jedem Paket, das ankam, wurde es realer.
»Du kaufst einen Zoo«, sagte ich.
»Ich will, dass alles perfekt ist«, sagte sie.
Das verstehe ich. Es gibt dir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Wenn du die richtige Box kaufst, die richtige Leine, das richtige Bett – dann wird alles glatt gehen.
Das ist Blödsinn, natürlich. Aber es ist ein hilfreicher Blödsinn. Es gibt dir etwas zu tun, während du wartest.
Dann kam die entscheidende Information: »Was isst Henry?«
Die Tierschützerin sagte, welche Marke. Sie sagte: »Bleibt dabei. Die erste Zeit ist genug Veränderung für den Hund. Wechselt nicht auch noch das Futter.«
Das war praktischer Rat. Echte Weisheit. Das half mehr als jedes Ratgeberbuch.
Die letzte Woche war eine Mischung aus Aufregung und Nervosität. Mein Sohn war noch zu jung, um zu verstehen, was passieren würde. Meine Frau konnte kaum schlafen.
Und dann, eines Morgens, war es soweit.


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