Meine Menschen hatten vor mir eine Liste. Napf, Leine, Körbchen, Impfpass, fertig, dachten sie. Dann kam die erste Tierarztrechnung, dann ein zweites, größeres Körbchen, weil ich schneller gewachsen bin als geplant, dann die Trainerstunde, weil Sitz allein am Ende doch nicht reicht. Am Ende der ersten Wochen lag die Summe deutlich über dem, was auf der ursprünglichen Liste stand — und ich höre, dass das bei mir nicht die Ausnahme ist.
Was eine aktuelle Umfrage zeigt
Die Vermittlungsplattform Rover hat beim Marktforschungsinstitut Pollfish eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Hundehalter:innen in Deutschland in Auftrag gegeben, erhoben im August 2026, veröffentlicht am 9. September 2026 (Quelle: Presseportal/Rover). Das zentrale Ergebnis: „45 Prozent der Hundehalter:innen geben an, dass die tatsächlichen Kosten ihres Hundes höher ausgefallen sind als ursprünglich erwartet.“ Bei mehr als der Hälfte (52 Prozent) lagen allein die Anschaffungs- und Startkosten bei 500 Euro oder mehr, bei 15 Prozent sogar bei 2.000 Euro oder mehr. Und selbst danach wird kaum gespart: 84 Prozent knausern nicht beim Futter, 76 Prozent nicht bei Tierarztkosten, 83 Prozent schränken lieber die eigenen Ausgaben ein, bevor sie bei mir kürzen.
Was die Zahl nicht sagt
Rover verdient sein Geld mit der Vermittlung von Hundesitter:innen und Gassi-Diensten — eine Umfrage, die zeigt, wie viel ein Hund kostet und wie wenig Halter:innen dabei sparen wollen, passt zum eigenen Geschäft. Das macht die Zahlen nicht automatisch falsch, aber der Auftraggeber gehört dazu, wenn man sie einordnet. Die Umfrage ist außerdem eine Selbstauskunft über ein Online-Panel: höher als erwartet ist ein subjektiver Vergleich zur eigenen, vorherigen Erwartung — keine objektive Prüfung, ob diese Erwartung realistisch war. Und die Zahl sagt nichts darüber, welche einzelnen Posten am Ende am meisten überraschen. Aus dem, was ich bei anderen Hunden aus der Nachbarschaft mitbekomme, sind das selten die großen, offensichtlichen Dinge — sondern die kleinen, die man beim ersten Überschlag vergisst.
Interessant ist auch, was die Umfrage über das Sparverhalten zeigt: Nur 35 Prozent würden bei Hundeausgaben überhaupt sparen wollen, der große Rest schränkt lieber an anderer Stelle ein. Das erklärt zu einem Teil, warum die Kosten trotz Unterschätzung selten dazu führen, dass Halter:innen nachträglich kürzen — das Budget wird nicht kleiner gerechnet, sondern woanders im Haushalt gefunden. Für die eigene Planung heißt das: Realistisch von Anfang an zu rechnen, erspart genau diesen Umweg über andere Ausgaben.
Was du vor dem Start realistisch einplanen kannst
Aus meiner Sicht lohnt es sich, genau die Posten vorher aufzuschreiben, die beim ersten Rechnen gern untergehen:
- Doppelt kaufen einkalkulieren: Ein Körbchen oder Geschirr in der Welpengröße passt oft nur wenige Monate — wer das von Anfang an als zwei Anschaffungen statt einer plant, wird nicht überrascht.
- Erste tierärztliche Kontrolle einpreisen: Neben Grundimmunisierung und Chip kommt fast immer noch eine erste allgemeine Untersuchung dazu, die auf keiner Grundausstattungsliste steht.
- Trainingsstunden als eigenen Posten führen: Nicht jeder Hund braucht eine Hundeschule, aber wer sie einplant, sollte sie als eigene Position budgetieren, nicht als vage vielleicht-später-Idee.
- Laufende Kosten realistisch hochrechnen, nicht nur die Startsumme: Futter, Zubehörverschleiß und Tierarztbesuche laufen weiter, wenn die Anschaffung längst bezahlt ist — wer nur die erste Rechnung im Kopf hat, unterschätzt das Jahr danach.
Wer sich beim ersten Punkt schon vorab absichern will: Ein Körbchen in der passenden Größe von Anfang an bewusst zu wählen, spart in vielen Fällen genau den doppelten Kauf, der die Startkosten am Ende am meisten in die Höhe treibt.
Rechnen, bevor die Rechnung kommt
Damit höher als erwartet bei dir gar nicht erst passiert, hilft ein ehrlicher Überschlag vorher — mit allen Posten, nicht nur den offensichtlichen. Genau das leistet unser Kosten-Ratgeber zur Erstausstattung: eine realistische Aufstellung von Anschaffung bis laufenden Kosten, ohne Schönrechnen.
Häufige Fragen
Wie viel unterschätzen Hundehalter:innen ihre Kosten laut der Umfrage?
45 Prozent der befragten Hundehalter:innen in Deutschland geben an, dass die tatsächlichen Kosten höher ausfielen als ursprünglich erwartet. Erhoben von Pollfish im Auftrag von Rover, veröffentlicht am 9. September 2026.
Wie hoch sind die Startkosten für einen Hund laut der Umfrage wirklich?
Bei über der Hälfte der Befragten (52 Prozent) lagen die Anschaffungs- und Startkosten bei 500 Euro oder mehr, bei 15 Prozent bei 2.000 Euro oder mehr.
Welche Kosten werden beim ersten Überschlag am häufigsten vergessen?
Aus der Erfahrung ersterhund.de sind es meist ein zweiter, größerer Kauf bei Ausstattung fürs Welpenwachstum, die erste tierärztliche Kontrolluntersuchung zusätzlich zur Grundimmunisierung und Trainingsstunden, die vorab selten fest eingeplant werden.

