Kurz gesagt: Es gibt kein bestes Hundefutter, nur das passende für deinen Hund. Nach dem Einzug behältst du erst einmal die bisherige Sorte bei. Willst du später wechseln, tust du das über sieben bis zehn Tage. Beim Kauf zählt die Deklaration: benanntes Fleisch vorn, klare Prozentangaben. Gutes Trockenfutter liegt bei etwa 3 bis 7 Euro pro Kilo.
Futterkosten-RechnerWas kostet dich das Futter im Monat?
Die Tagesmenge ist ein Richtwert – verbindlich ist immer die Fütterungsempfehlung auf der Packung. Zum Rechnen reicht sie trotzdem.
Ich bin Henry, Podenco-Schäferhund-Mix, und ich fresse seit Jahren dieselbe Sorte. Das klingt langweilig, ist aber der ehrlichste Einstieg in diesen Text: Wir haben nicht zwanzig Futtersorten getestet und wir tun auch nicht so. Was hier steht, ist das Prinzip, nach dem ihr das passende Futter für euren Hund findet.
Regel Nummer eins: nach dem Einzug nichts umstellen
Egal ob euer Hund aus dem Tierheim, aus dem Auslandstierschutz oder von einer Züchterin kommt – gebt ihm in den ersten Wochen weiter das Futter, das er kennt. Auch wenn ihr ein besseres kennt.
Ein Futterwechsel fällt in die Eingewöhnung hinein, und die ist für den Magen ohnehin schon Stress genug. Viele Hunde reagieren darauf mit Durchfall. Das macht die ersten Wochen für alle schwerer, als sie sein müssten. Wie diese ersten Wochen sonst ablaufen, steht in unserem Bericht über die Adoption aus dem Tierschutz.
Wenn ihr später wechseln wollt, macht es langsam:
| Tag | Altes Futter | Neues Futter |
|---|---|---|
| 1–3 | 75 % | 25 % |
| 4–6 | 50 % | 50 % |
| 7–9 | 25 % | 75 % |
| ab 10 | 0 % | 100 % |
Treten dabei Durchfall oder Erbrechen auf: Tempo herausnehmen. Halten die Beschwerden an, gehört das in die Tierarztpraxis und nicht in ein Ratgeber-Forum.
Die drei Futterarten, ehrlich sortiert
Trockenfutter
Das Meistverbreitete: haltbar, einfach zu dosieren, günstig im Handling. Worauf ihr beim Sack achten solltet:
- Benanntes Fleisch oder Fleischprodukt steht als erste Zutat – nicht die anonyme Sammelkategorie „tierische Nebenerzeugnisse“
- Klare Prozentangaben statt Marketingbegriffen
- Keine künstlichen Farbstoffe in der Deklaration
Preislich liegt solides Trockenfutter bei etwa 3 bis 7 Euro pro Kilogramm, Discounterware bei 1 bis 2 Euro. Der Unterschied steckt vor allem in den Rohstoffen und in der Genauigkeit der Deklaration.
Nassfutter
Höherer Feuchtigkeitsanteil, oft beliebter bei wählerischen Hunden. Angebrochene Dosen gehören in den Kühlschrank und innerhalb eines Tages in den Napf. Gerade im Sommer ist ausreichend Flüssigkeit ein Thema – was bei Hitze sonst noch zählt, steht in unserem Ratgeber zu Hunden bei Hitze.
BARF
Rohes Fleisch, Knochen, Innereien, Gemüse in festen Verhältnissen. BARF kann funktionieren, verlangt aber Wissen und Disziplin. Falsch zusammengestellt richtet es mehr Schaden an als jedes Fertigfutter. Als Ersthundhalter fangt ihr mit Fertigfutter an. Wer BARF ernsthaft will, holt sich fachliche Begleitung dazu.
Was auf dem Etikett wirklich steht
- „Mit Huhn“ gegen „Huhn“: „Mit“ heißt nach Futtermittelrecht lediglich ein Mindestanteil von vier Prozent. Schaut auf die Prozentzahl, nicht auf das Bild auf der Packung.
- „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“: eine Sammelkategorie. Sie kann gute Ware enthalten – oder eben nicht. Genaue Deklarationen benennen die Bestandteile einzeln.
- „Getreidefrei“: ist nicht automatisch die bessere Wahl. Es ergibt Sinn, wenn euer Hund Getreide nachweislich nicht verträgt. Für alle anderen ist es vor allem ein Verkaufsargument.
Wie viel gehört in den Napf?
Die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist ein Startwert, kein Gesetz. Entscheidend ist, was ihr an eurem Hund seht und fühlt: Die Rippen solltet ihr bei leichtem Druck ertasten können, ohne sie zu sehen. Von oben betrachtet sollte eine Taille erkennbar sein. Nimmt euer Hund zu, geht die Menge etwas herunter; nimmt er ab, etwas herauf.
| Alter | Mahlzeiten pro Tag |
|---|---|
| Welpen | 3–4 |
| bis 6 Monate | 3 |
| ausgewachsen | 2 (morgens und abends) |
Was niemals in den Napf gehört
Diese Lebensmittel gelten für Hunde als giftig. Hier gibt es keine Ausnahmen und keine kleinen Mengen zum Ausprobieren:
- Zwiebeln und Lauch, auch gegart oder in Soßen
- Knoblauch in größeren Mengen
- Trauben und Rosinen
- Schokolade und Kakao
- Xylit (Süßungsmittel in zuckerfreien Produkten)
- Rohes Schweinefleisch
- Macadamia-Nüsse
- Avocado
Gekochte Knochen gehören nie in den Napf, weil sie splittern können. Wenn euer Hund etwas davon gefressen hat, ruft sofort in einer Tierarztpraxis an – auch nachts, auch bei kleinen Mengen. Wartet nicht ab, ob sich etwas zeigt.
Was Henry frisst
Morgens und abends dieselbe Sorte Trockenfutter, zu festen Zeiten, in Mengen, die zum Tag passen. Beim Training gibt es kleine, weiche Leckerlis – die zählen mit zur Tagesration und sind kein Extra. Keine Experimente, keine fünf Sorten im Wechsel.
Das ist kein Rezept, das für jeden Hund gilt. Es ist ein Beispiel dafür, wie unaufgeregt das Thema sein darf, wenn die Grundlagen stimmen.
Checkliste
- Beim Einzug die bisherige Sorte weiterfüttern
- Futterart nach Hund entscheiden, nicht nach Trend
- Deklaration lesen: benanntes Fleisch vorn, Prozentangaben vorhanden
- Menge am Körperzustand ausrichten, nicht nur an der Packung
- Feste Mahlzeitenzeiten einhalten
- Giftliste kennen – und im Verdachtsfall sofort die Tierarztpraxis anrufen
Häufige Fragen
Ist teures Hundefutter automatisch besser?
Nicht automatisch. Die günstigsten Sorten enthalten aber oft mehr Füllstoffe und deklarieren ungenauer. Ein mittleres Preissegment mit klarer Deklaration ist für die meisten Ersthundhalter der vernünftigste Kompromiss.
Wie stelle ich das Futter richtig um?
Über sieben bis zehn Tage, indem du täglich etwas mehr neues unter das alte Futter mischst. Direkt nach dem Einzug gar nicht umstellen.
Mein Hund frisst sein Futter nicht – was tun?
Wenn er sonst munter ist: nicht sofort umstellen. Napf nach 15 Minuten wegnehmen, zur nächsten Mahlzeit wieder hinstellen. Frisst er zwei Tage lang fast nichts oder wirkt verändert, gehört das in die Tierarztpraxis.
Darf mein Hund Obst und Gemüse?
Einiges ja: Karotten, Apfel ohne Kerne, Blaubeeren, Wassermelone ohne Schale und Kerne. Nicht geeignet sind Trauben, Rosinen, Zwiebeln, Avocado und rohe Kartoffeln.
Was ihr als Nächstes braucht
Futter ist nur ein Posten von vielen. Was der erste Hund sonst noch kostet, haben wir in der Erstausstattungs-Liste mit Preisen durchgerechnet. Und wenn es um das richtige Zubehör geht, findet ihr hier unsere Kaufberatungen zum passenden Hundebett und zur richtigen Leine.
Henry – und Stephan, der tippt.

