Nur 37 Prozent sagen Ja zu mir: Was du wissen solltest, bevor du mit Hund umziehst

Hund entspannt in der Wohnung

Ich liege neben der Tür, während mein Mensch zum dritten Mal in dieser Woche telefoniert und dabei die Luft anhält, bevor die Frage kommt: „Sind Haustiere erlaubt?“ Ich kenne diesen Tonfall inzwischen genau. Für viele Familien, die gerade umziehen oder überlegen, sich überhaupt einen Hund wie mich anzuschaffen, ist genau diese eine Frage der größte Unsicherheitsfaktor — noch vor Futter, Erziehung oder der ersten Tierarztrechnung.

Die Zahl, die mich nicht überrascht hat

ImmoScout24 hat am 19. August 2026 seine Mietwohnungs-Daten aus 418 deutschen Städten und Landkreisen ausgewertet (Erhebungszeitraum: Januar 2026). Ergebnis: Bundesweit erlauben nur 8 Prozent der Mietangebote Haustiere ausdrücklich, bei weiteren 29 Prozent ist die Haltung „nach Vereinbarung“ möglich — zusammen gelten damit 37 Prozent als haustierfreundlich. 21 Prozent schließen Haustiere explizit aus, bei 42 Prozent steht in der Anzeige gar nichts dazu (Quelle: ImmoScout24). Regional ist der Unterschied groß: In Baden-Württemberg schließen Vermietende am häufigsten aus (35 Prozent), in Sachsen-Anhalt sieht es für Mietsuchende mit Hund am besten aus — Leipzig ist mit 47 Prozent haustierfreundlichen Angeboten die freundlichste Großstadt.

Was diese Zahl nicht sagt

42 Prozent „keine Angabe“ heißt nicht automatisch Nein — bei vielen Anzeigen wird das erst im persönlichen Gespräch geklärt, gerade bei größeren Hunden wie mir individuell. Und die Zahl sagt nichts darüber, wie eine Ablehnung rechtlich überhaupt zustande kommt: Ein pauschales Haustierverbot in einem vorformulierten Mietvertrag gilt nach ständiger Rechtsprechung als unwirksam — Vermietende müssen im Einzelfall abwägen. Das ist aber kein Freifahrtschein: Bei Hunden braucht es, anders als bei Kleintieren wie Hamstern, in aller Regel weiterhin die Zustimmung, weil ein Hund als über das übliche Maß hinausgehende Tierhaltung gilt. Die Analyse zeigt außerdem nur die Angebotsseite zum Zeitpunkt der Anzeige — nicht, wie viele Bewerbungen mit Hund am Ende trotzdem eine Zusage bekommen.

Was du tun kannst, bevor der Vermieter Nein sagt

Aus meiner Sicht — und aus dem, was meine Menschen bei der letzten Wohnungssuche gelernt haben — hilft es, die Hunde-Frage aktiv statt abwartend anzugehen:

  • Haftpflichtversicherung vorweisen: Ein Nachweis, dass Schäden durch mich abgedeckt sind, nimmt vielen Vermietenden schon die größte Sorge.
  • Kurzes „Hunde-Profil“ mitschicken: Ein Foto, ein, zwei Sätze zu Wesen und Alltag (stubenrein, ruhig im Treppenhaus, an der Leine geführt) wirken konkreter als die reine Frage „Hund erlaubt?“.
  • Anrufen statt nur schreiben: Ein kurzes, freundliches Telefonat vor der Besichtigung zeigt Verlässlichkeit und klärt die Frage, bevor Zeit in eine Besichtigung investiert wird.
  • Filter gezielt nutzen: Portale wie ImmoScout24 lassen sich direkt nach „haustierfreundlich“ filtern — das spart das Durchklicken durch Angebote, die ohnehin ausscheiden.
  • Regional mitdenken: Wer bei der Stadt- oder Stadtteilwahl noch flexibel ist, hat je nach Region spürbar unterschiedliche Chancen.

Wichtig, wenn du noch gar keinen Hund hast, sondern über die Anschaffung nachdenkst: Kläre die Wohnsituation, bevor du dich in ein Tierheim verliebst. Ein Hund, der schon einmal abgegeben wurde, soll nicht ein zweites Mal wegen einer ungeklärten Wohnfrage umziehen müssen. Im Tierheim-Verzeichnis siehst du, welche Tierheime in deiner Region vermitteln — die meisten fragen ohnehin gezielt nach der Wohnsituation, bevor sie einen Hund vermitteln. Was seriöse Vermittlung sonst noch prüft, findet sich im Ratgeber Hund aus dem Tierschutz adoptieren.

Häufige Fragen

Darf mein Vermieter Hunde grundsätzlich verbieten?

Ein pauschales Verbot in einem vorformulierten Mietvertrag ist nach ständiger Rechtsprechung unwirksam. Bei Hunden ist aber, anders als bei Kleintieren, meist trotzdem eine Zustimmung im Einzelfall nötig — ein automatisches Recht auf Hundehaltung gibt es nicht.

Wie finde ich am schnellsten eine hundefreundliche Wohnung?

Die „haustierfreundlich“-Filter der großen Portale direkt nutzen, ein kurzes Hunde-Profil mit Foto und ein paar Sätzen zum Wesen mitschicken und bei Interesse lieber kurz anrufen als nur schreiben.

Was, wenn ich schon einen Hund habe und umziehen muss?

Frühzeitig mit Haftpflichtnachweis und Referenzen bewerben, regional flexibel bleiben — die Unterschiede zwischen Bundesländern sind groß — und im Zweifel das persönliche Gespräch suchen statt nur auf die Anzeige zu vertrauen.