Du holst deinen Welpen ab. Er ist gesund, verspielt, voller Leben. Und du willst, dass er das bleibt.
Welpen-Gesundheit ist kein kompliziertes Thema – aber es ist ein wichtiges. Ein paar Grundlagen, die du verstehst und konsequent umsetzt, machen den Unterschied zwischen einem langen, gesunden Hundeleben und vermeidbaren Problemen.
Dieser Leitfaden gibt dir alles, was du wissen musst – ohne medizinisches Studium.
Der Impfplan: Was dein Welpe wann braucht
Impfungen schützen deinen Hund vor Krankheiten, die tödlich sein können. Parvovirose, Staupe, Tollwut – diese Namen klingen abstrakt, bis man mit einem erkrankten Hund beim Tierarzt sitzt.
Der Standard-Impfplan in Deutschland:
| Alter | Impfung |
|---|---|
| 8 Wochen | Parvovirose, Staupe, Hepatitis (SHPi) |
| 12 Wochen | Wiederholung SHPi + Tollwut + Leptospirose |
| 16 Wochen | Wiederholung bei Bedarf (rassenabhängig) |
| Ab 15 Monate | Erste Auffrischung, dann alle 1–3 Jahre |
Wichtig: Seriöse Züchter impfen Welpen vor der Abgabe. Lass dir den Impfausweis zeigen und frag nach, was bereits gemacht wurde.
Entwurmung: Regelmäßig, konsequent, wichtig
Welpen werden oft mit Würmern geboren – sie können die Erreger über die Muttermilch bekommen. Das ist kein Zeichen schlechter Haltung, das ist Biologie.
Entwurmungsplan:
– Alle 2 Wochen bis zum 3. Lebensmonat
– Dann monatlich bis zum 6. Monat
– Danach je nach Tierarzt-Empfehlung (in der Regel 4× pro Jahr)
Mittel bekommst du beim Tierarzt – Abstand von Dosierungen aus dem Internet für exakte Gewichtsangaben und Altersempfehlungen.
Floh- und Zeckenschutz: Lieber präventiv als reaktiv
Ein Zeckenstich kann Borreliose übertragen. Flöhe können Bandwürmer mitbringen. Beide Probleme lassen sich einfach verhindern.
Frag deinen Tierarzt bei der ersten Untersuchung nach einem geeigneten Präparat. Es gibt Halsbänder, Spot-on-Tropfen und Tabletten – welches am besten passt, hängt vom Hund und deiner Umgebung ab.
Der erste Tierarztbesuch: Was dich erwartet
Wann: In den ersten 3–5 Tagen nach der Ankunft.
Auch wenn dein Welpe topfit aussieht: Ein erster Check beim Tierarzt ist Pflicht. Der Arzt überprüft:
– Allgemeinzustand, Gewicht, Körpertemperatur
– Herz- und Lungengeräusche
– Augen, Ohren, Zähne
– Impfausweis und Entwurmungsplan
Was du mitbringst:
– Impfausweis vom Züchter
– Chip-Nummer (wenn bereits gechipt)
– Eine Kotprobe (für Parasitencheck)
Zeichen, bei denen du sofort zum Tierarzt musst
Die meisten Welpen sind robust. Aber es gibt Situationen, die keinen Aufschub erlauben:
- Erbrechen mehr als 2× in 24 Stunden
- Blutiger Durchfall
- Keine Wasseraufnahme seit mehr als 12 Stunden
- Taumeln, Orientierungslosigkeit
- Schwellung oder Schmerz nach Verletzung
- Atemnot oder starkes Keuchen
Im Zweifel: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Tierarzt.
Kastration: Wann und ob überhaupt?
Das Thema ist komplexer als der Ratschlag „So früh wie möglich“. Moderne Studien zeigen, dass frühe Kastrationen bei manchen Rassen das Risiko für Gelenkprobleme und bestimmte Krebsarten erhöhen können.
Unser Rat: Sprich das Thema beim ersten Tierarztbesuch offen an. Lass dir die Vor- und Nachteile für deine spezifische Rasse und dein individuelles Tier erklären.
Zahnen: Der unterschätzte Stress
Zwischen dem 3. und 7. Monat verliert dein Welpe seine Milchzähne. Das tut weh – und dein Welpe will kauen. Alles.
Was hilft:
– Gekühlte Kauspielzeuge (Gummispielzeug kurz in den Gefrierschrank)
– Kong mit gefrorener Leckerei
– Viel Verständnis
Kontrolliere regelmäßig den Zahnwechsel: Bleiben Milchzähne stehen, kann das zur Fehlstellung führen – dann ist der Tierarzt gefragt.
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